Sonntag, 15. April 2018

Max Frisch wurde von CIA finanziert

Der Empfang im Weissen Haus muss für den Schweizer, ein erklärter Kriegsgegner, völlig absurd gewesen sein. «Wie komme ich überhaupt an diesen Ort?», fragt sich Frisch in seinen Notizen. Heute kennen wir die Antwort: Es war die CIA, der Frisch die Einladung ins Weisse Haus zu verdanken hatte. Und letztlich war es die amerikanische Auslandspolitik, die ihm den Durchbruch als Romanautor ermöglicht hat.

Sonntagszeitung 4. Februar 2018

Max Frisch ist in der Schweiz neben Dürrenmatt DER Literat. Irgendwie mochte ich seinen lakonischen Stil, muss ich zugeben, obwohl die Handung an sich mir meist nicht so viel gegeben hat. Homo Faber drückt sehr gut ein Gefühl des entfremdeten Menschen aus, ähnlich wie die Gemälde von Edward Hopper. Aber was das ganze mit dem halben ?Inzest? zu Fabers ?Tochter? soll, habe ich nie begriffen, und dann wird sie auch noch von einer Schlange gebissen oder so. Sein allegorisch sein wollendes Bühnenstück Andorra ist von dem her reichlich prätentiös, mit dem Judenschauer wird ziemlich viel Pathos reingeladen, letztlich aber nichts aufschlussreich erklärt. Der ?Deutsche? der dauernd sein Haus weisselt… – Schuldkult? Viel mehr ist mir von Frisch nicht geblieben. Er hat ein eigenes Schwimmbad gebaut und gegen Dürrenmatt Pfeife geraucht. Oder Pingpong gespielt. Was mich an ihm noch ärgert

Sein Spruch: „Wir riefen Arbeitskräfte und es kamen Menschen“

welcher danach von den Schönwetterlinken in ihre Richtung gedreht statt in der vollen schicksalshaften Bedeutung zur Kenntnis genommen wurde (ich erinnere mich da an eine Plakatkampagne, die es sogar gab mit dem Spruch)

1951 erhielt er ein Stipendium der Rockefeller Foundation, die auf das Engste mit der CIA verbunden war. Frisch ermöglichte sie einen einjährigen Aufenthalt in Amerika.

Im Zuge dessen hat Frisch – ungewollt – die Sprache ruiniert, indem er als Jux und Sprachspielerei amerikanische grammatische Eigenarten wörtlich übersetzt einfach in seine US-Reiseberichte einbaute: „Alice IN Wunderland“ oder „macht Sinn“.

Woraufhin heute die Macht-Sinn-Rechtfertiger sagen: „Hey sogar Max Frisch hat ‚macht Sinn‘ verwendet“, der Ausdruck ist also ’nicht wirklich‘ ein Anglizismus.


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